Grüß Gott, ich bin der Klaus. In meiner Werkstatt in der Steiermark geht es nicht um glänzende Vitrinenstücke, sondern um ordentliches Werkzeug. Ein Messer ist für mich erst dann fertig, wenn es genau das tut, wofür es gemacht wurde: schneiden, und zwar lange. Ich arbeite hier in einer Region mit einer riesigen Stahltradition. Wir Steirer wissen, was ein guter Stahl leisten muss. Wenn Sie zu mir kommen, weil Sie ein Messer suchen, das nicht nach drei mal Brot schneiden stumpf wird, dann sind Sie hier richtig. Ich fertige Messer nach Maß, egal ob für die Jagd, die Brotzeit oder die Werkstatt. Alles wird hier am Amboss und an der Schleifmaschine von Hand gemacht. Das ist kein Geheimnis, das ist einfach nur Handwerk, das Zeit und ein gutes Auge braucht.

In der heutigen Zeit, im Jahr 2026, kaufen die Leute viel zu viel Wegwerfware. Ein Messer vom Fließband hat keine Seele und meistens auch keinen gscheiten Stahl. Ich verwende vorzugsweise Kohlenstoffstähle, weil die einfach eine Schärfe annehmen, die man bei rostfreien Massenprodukten vergeblich sucht. Natürlich muss man so ein Messer ein bisserl pflegen, mal ein Tropfen Öl, mal abwischen, aber dafür hat man ein Werkzeug für das ganze Leben. Ich berate Sie da ganz nuchtern: Wer ein Messer will, das er in den Geschirrspüler werfen kann, der braucht nicht zu mir kommen. Wer aber die Mechanik eines sauberen Schnitts schätzt, dem baue ich genau das, was er in der Hand braucht. Die Ergonomie ist dabei fast so wichtig wie die Klinge selbst. Jeder Griff wird bei mir an die Hand des Kunden angepasst, damit man auch nach einer Stunde Arbeit keine Blasen bekommt.
- Materialwahl: Ich nutze hauptsächlich heimische Hölzer wie Eiche, Nuss oder Zwetschge für die Griffe. Das Holz muss jahrelang lagern, damit es später nicht reißt oder arbeitet.
- Klingenform: Ob Drop-Point, klassisches Jagdmesser oder ein stabiles Arbeitsmesser – wir besprechen vorher genau, was geschnitten wird.
- Wärmebehandlung: Das Härten mache ich im eigenen Ofen. Da kommt es auf das Grad genau an, damit die Klinge zäh bleibt, aber die Schärfe hält.
- Schleifservice: Jedes Messer, das meine Werkstatt verlässt, kann jederzeit zum Nachschärfen vorbeigebracht werden. Ein Messer muss scharf sein, sonst ist es ein Löffel.
- Scheidenbau: Zu einem guten Messer gehört eine Lederscheide aus pflanzlich gegerbtem Rindsleder, die ich ebenfalls selbst nähe.
Der Prozess beginnt bei uns immer mit einem Gespräch. Ich will wissen, wer Sie sind und was Sie mit dem Messer vorhaben. Ein Jäger braucht eine andere Geometrie als ein Wanderer, der nur seinen Speck schneiden will. Wenn wir uns einig sind, zeichne ich den Entwurf auf den Stahl. Dann wird geflext, geschmiedet und gefeilt. Das dauert seine Zeit. Wer ein Messer von heute auf morgen will, ist bei mir falsch. Handarbeit braucht Geduld. Aber wenn Sie dann das erste Mal den Griff umschließen und merken, wie das Messer in der Hand liegt, dann wissen Sie, warum sich das Warten gelohnt hat. Es ist ein ehrliches Stück Arbeit aus der Steiermark, ohne Schnickschnack, dafür mit einer Funktion, auf die man sich verlassen kann.
Viele Kunden fragen mich nach Damaststahl. Ja, ich schmiede auch Damast, aber ich sage Ihnen gleich: Das ist primär was fürs Auge. Ein gut wärmebehandelter Monostahl schneidet nicht schlechter. Wenn Sie die Optik wollen, mache ich das gern, es ist eine schöne Herausforderung für den Schmied, verschiedene Lagen zu verschweißen und das Muster herauszuätzen. Aber am Ende des Tages ist es das Feuer, der Hammer und der Stahl, die das Messer machen. Ich stehe jeden Tag in der Schmiede, weil ich es liebe, aus einem rohen Stück Metall etwas zu schaffen, das einen Nutzen hat. Kommen Sie vorbei, schauen Sie sich die Werkstatt an und dann reden wir über Ihr Messer. Ganz nuchtern, von Mann zu Mann oder für die Damen, die ein gscheites Küchenwerkzeug suchen.

